Angesichts immer schwerwiegenderer Infektionen durch multiresistente Bakterien erregt der Entwicklungsfortschritt eines zielgerichteten Antibiotikums stets die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Der heutige Schwerpunkt, Murepavadin (CAS: 944252-63-5), ist genau ein solcher neuartiger antimikrobieller Wirkstoff zur Bekämpfung von Pseudomonas aeruginosa-Infektionen. Sein einzigartiger Wirkmechanismus und seine außergewöhnliche Zielspezifität haben ihm eine herausragende Position in der Forschung zu Therapien gegen resistente Bakterien gesichert.
Als zyklisches Peptidantibiotikum aus 14 Aminosäuren liegt der größte Vorteil von Murepavadin in seiner hohen Spezifität. Es zielt präzise auf LptD, das Lipopolysaccharid-Transportprotein D in der Außenmembran von Pseudomonas aeruginosa. Durch die Hemmung des Einbaus von Lipopolysacchariden in die äußere Membran wird die Integrität der Bakterienhülle gestört, was letztendlich zum Absterben der Bakterien führt. Dieser gezielte Mechanismus vermeidet nicht nur herkömmliche Antibiotikaresistenzpfade, sondern minimiert auch Störungen der menschlichen Mikrobiota und geht so wirksam auf das häufige Problem des Ungleichgewichts der Darmflora ein, das mit Breitbandantibiotika einhergeht.

Wissenschaftliche Daten haben seine starke antibakterielle Wirkung seit langem bestätigt: In mehreren In-vitro-Studien wies Murepavadin MIC₅₀- und MIC₉₀-Werte von nur 0,12 mg/L gegen Pseudomonas aeruginosa auf. Es hemmte über 99,1 % von mehr als 1.200 klinischen Isolaten, die in den USA, Europa und China gesammelt wurden, und zeigte eine vier- bis achtmal höhere Aktivität als Polymyxin B und Colistin. In Maus-Infektionsmodellen erhöhten Dosen im Bereich von 2 bis 10 mg/kg die Überlebensrate nach der Infektion auf 100 % und reduzierten gleichzeitig die Bakterienbelastung im Blut und in der Peritonealflüssigkeit deutlich. Insbesondere bleibt es gegen Carbapenem-, Colistin- und andere arzneimittelresistente Stämme wirksam und bietet eine neuartige Lösung für klinisch anspruchsvolle XDR-Infektionen (extensiv arzneimittelresistente Infektionen).

Aktuelle Studien haben auch sein synergistisches therapeutisches Potenzial aufgezeigt: Subletale Konzentrationen von Murepavadin können die Permeabilität der bakteriellen Außenmembran erhöhen und so die bakterizide Wirksamkeit von β-Lactam-Antibiotika deutlich verbessern. Die Kombination zeigte nicht nur synergistische therapeutische Wirkungen in Mausmodellen mit akuter Lungenentzündung, sondern verzögerte auch die Entwicklung einer Antibiotikaresistenz. Darüber hinaus aktiviert es als Wirtsabwehrpeptid-Mimetikum die immunmodulatorischen Funktionen von Mastzellen und unterstützt den Wirt bei der Bakterienbeseitigung und Gewebereparatur – wodurch eine doppelte Wirkung von „antibakterieller Wirkung + Immunmodulation“ erzielt wird.
Derzeit befindet sich Murepavadin in klinischen Phase-III-Studien, die hauptsächlich auf im Krankenhaus erworbene Lungenentzündung und beatmungsassoziierte Lungenentzündung durch Pseudomonas aeruginosa abzielen. In einer Zeit, in der arzneimittelresistente bakterielle Infektionen eine Bedrohung für die globale öffentliche Gesundheit darstellen, bringt dieses neuartige Antibiotikum, das sich durch seine Spezifität, starke Wirksamkeit und geringe Toxizität auszeichnet, zweifellos neue Hoffnung für die klinische Behandlung. Die diesbezügliche Forschung schreitet kontinuierlich voran und es besteht die Hoffnung, dass sie bald in klinisch verfügbare Behandlungen umgesetzt wird und ein wichtiges Instrument im Kampf gegen arzneimittelresistente Infektionen darstellt.
Zeitpunkt der Veröffentlichung: 09.02.2026